Review: “Throw Your Panties” von Ubiquitous

Donnerstag 13. November 2008 von Felix

Throw your Panties ist das Erstlingswerk des kanadischen Snowboarders Andrew Hardingham, der sich bereits in den lezten Jahren mit ungewöhlnlichen Outfits und experimentellen Videoparts einen Namen gemacht hat. slack hat sich den Film einmal genauer angesehen.

Die ersten Lacher sind schon während des Intros garantiert: Andrew Hardingham führt als echter Nerd verkleidet einen mehrere Minuten langen Monolog über die beiden interstellaren Völker der Quintipitons und der Pintipitons, die richtige Aussprache des Wortes Panties, Dampfwalzen und tote Kinder.

Den ersten echten Part des Videos hat Dustin Craven, der spricht und aussieht wie ein Rockstar und zu Gangster-Hip Hop FS 7er über riesige Kicker springt, jede Menge Rails erledigt, Mädchen küsst und als Clown bei der Arctic Challenge auftritt.

Es folgen einige Impressionen eines Skandinavien-Trips, unter anderem die ersten Bekanntschaften der Crew mit der norwegischen Straßenverkehrsordnung, die Ankunft an einer sog. „Slutstation“ und ein kurzes Interview mit Ingemar Backman. Danach jagt sich Tobias Karlsson über einige Streetrails und Parkkicker.

Im Anschluss legen Dustin und Andrew einen kleinen Zwischenstopp in Berlin ein. Das Problem: Der Flughafen, an dem die beiden ankommen, ist in West-Berlin, der Zug nach Österreich fährt im Osten der Stadt ab. Dazwischen ist zur Überraschung der beiden die Berliner Mauer. Nachdem einige verzweifelte Versuche die Mauer zu überqueren scheitern finden die Beiden doch einen Durchgang und können ihre Reise in die Alpen mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung deutsche Geschichte fortsetzen.

Dort angekommen nimmt Andrew gemeinsam mit dem Schweizer Andre Sommer das Backcountry auseinander. Beim Versuch einen steilen und von Felsen und Cliffs überzogenen Hang abzufahren wird Andrew von einer Lawine erfasst und fast den gesamten Hang mit getragen. Andrew, der sich selbst für unverletzlich hält, hat Glück und kommt mit einer eingedellten Nose und einer herausgebrochenen Backsidekante davon.

Danach geht es Schlag auf Schlag weiter ins kanadische Hinterland, wo Jonas Guinn dem Zuschauer zu entspannter Musik eine Lektion in Sachen Noboardfahren erteilt. Auch Jeff Keenan ist mit von der Partie und beweist sein Können mit einigen Treeruns, Cliffs, Rinnen und Pillow-Lines. Von Jeff hätte man gerne noch mehr gesehen, aber leider hat sich der Gute beim Versuch eines Onefoots das Knie zerstört.

Um den bahnbrechenden Part von Travis Rice einzuleiten, wurde eine der lustigsten und skurrilsten Szenen, die jemals in einem Snowboardfilm gezeigt wurden, gedreht. Den gesamten Verlauf dieses Abschnitts zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, hier aber einige Stichworte: Whirlpool, Kakao, Schokoladeneis, Speedos, behaarte Beine und ein Schnurlostelefon mit Headset. Travis Rice beweist mit nur drei Tricks auf seine ganz eigene Weise, dass er im Moment zu den wenigen unantastbaren Menschen im Snowboardzirkus gehört.

Es Folgt ein kleiner Mix-Part mit vielen Rails, etwas Powder und einem FS Boardslide an einem immens großen Double Kink.

Dass Dustin Craven den Damen nicht wirklich abgeneigt ist, hatten wir bereits erwähnt. Was er nach dem Mix-Part von sich gibt, ist allerdings so verdorben, dass aus Rücksicht auf die weiblichen Zuschauer links unten im Bild ein Alternativprogramm (Werbung für Damenbinden, Daddycam bei einer Wassergeburt etc.) eingeblendet wurde.

Den nächsten Part teilt sich Dustin mit Scott Shaw. Die beiden meiden Metall und vergnügen sich lieber mit halsbrecherischer Action im Backcoutry und verschiedenen Spin-Variationen an riesigen Parkkickern.

Der letzte Part des Films wurde im kanadischen Banff gedreht und gehört Andrew ganz alleine. Der Macher dieses Films fährt flüssig durch das Backcountry, dropt mehrere Cliffs sowie eine Staumauer und macht auch auf verschiedenen Kickervariationen eine gute Figur.

Es lohnt sich, den DVD-Player nicht schon während des Abspanns abzustellen und noch einige Minuten vor der Flimmerkiste sitzen zu bleiben.

Throw Your Panties ist ein absoluter Geheimtipp. Das Fahrerfeld ist zwar nicht das bekannteste und auch das Trick-Niveau könnte höher sein. Trotzdem ist es Andrew Hardingham gelungen, mit einem kleinen Budget einen richtig guten und unterhaltsamen Snowboardfilm zu kreieren, der vor allem dadurch lebt, dass sich keiner der Protagonisten wirklich ernst nimmt.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 13. November 2008 um 11:27 und abgelegt unter snow. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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