Review: “It’s Always Snowing Somewhere” von Burton

Mittwoch 12. November 2008 von Felix

Nach einer kleinen Pause hat sich das Burton-Team diesen Winter mal wieder zusammen gerauft und einen neuen Teammovie auf die Beine gestellt. Slack hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht und das Double Feature „It’s always Snowing Somewhere“ genau unter die Lupe genommen.

Den Anfang macht Gigi Rüf, der in breitestem österreichisch vom ersten Dump der letzten Saison schwärmt. Zum Glück ist die Szene mit englischen Untertiteln bestückt, jeder normale Deutsche hätte sonst keine Chance Gigis Schilderungen zu folgen. Die einzigen beiden verständlichen Worte sind „Voll geil!“. Der Österreicher heizt durch die im dichten Schneetreiben kaum sichtbaren Wälder und scheint dabei eine menge Spaß zu haben. Auch Marco Grilic und Freddy Kalbermatten geben sich in Gigis Part die Ehre und überzeugen mit einem massiven 720° an einem Cheesewedge der Marke riesengroß (Freddy) und einem blitzsauberen Double Backflip im Powder (Marko).

Tadashi Fuse ist als nächster an der Reihe. Das Snowboarden des Vorzeige-Japaners zu beschreiben ist relativ einfach: Schnell, kontrolliert und trickreich bewegt sich Tadashi durch Pillow-Lines, Treeruns und auch wirklich steile Hänge mit ernst zunehmenden Cliffs. Dabei spickt er seine Lines mit Backflips und anderen kleinen bis mittelgroßen Schweinereien.

Es folgt der Part von Shaun White, der neben dem ganzen Contest-Stress und der Entwicklung seines neuen Videospiels nicht wirklich viel Zeit zum filmen gehabt zu haben scheint. Anders lässt sich jedenfalls nicht erklären, warum für diesen Part TV-Footage von den X-Games und den U.S.-Open als „Lückenfüller“ verwendet wurde. Die wenigen Lichtblicke sind eine rasante, mit Followcam gefilmte Fahrt durch einen Wald und der erfrischende Punkrock im Hintergrund. Anschließend begibt sich Shaun gemeinsam mit Heikki Sorsa, der sich gerne auch mal über eine verschneite Baumkrone schmeißt, nach Japan.

Die einzige Dame im Fahrerfeld ist Natasza Zurek. Natasza hat den Style gepachtet und kann zu lustiger 8-Bit-Mucke schönes Park- und Backcountry-Footage vorweisen.

Auch den Schweizer Nicholas Müller hat es letzten Winter nach Japan verschlagen. Wenn man sich den Powder vor Ort so ansieht ist das auch völlig verständlich. Müller stylt sich gewohnt locker durch das fernöstliche Backcountry uns zeigt, in Anbetracht der Tatsache, dass sein Part in nur fünf Tagen gefilmt wurde, wirklich schönes und sauberes Snowboarden.

Mikkel Bang war letzte Saison überwiegend unterhalb der Baumgrenze unterwegs. Ein Part mit reichlich Treelines und nett anzusehenden Jibs und Bonks an Bäumen ist das Ergebnis.

Den wohl beeindruckensten Part teilen sich die Jib-Legende Jeremy Jones und der Nachwuchs-Railkiller Keegan Valaika. Los geht es mit einer wirklich innovativen Baum-Jib-Session, bei der reichlich gebonkt und gespinnt wird. Zum Glück werden alle Tricks in Slowmo gezeigt, anders wären die Technisch hoch anspruchsvollen Manöver der Beiden für das Auge des Betrachters kaum fassbar. Auch auf Beton und Metall machen die zwei Ausnahmesnowboarder eine erstklassige Figur. Zu erwähnen ist her wohl Keegans BS Lipslide to BS Lipslide an einem Handrail mit 40 cm-Lücke und die gemeinsame Session an einer Handrail-Line, die es wirklich in sich hat.

Im Anschluss geht es auch gleich beeindruckend weiter: Jussi Oksanen nimmt einen überdimensionalen Stepover-Kicker nach allen Regeln der Kunst auseinander. Nachdem der Finne sein Repertoire über das Gap und das Table ausgeschöpft hat, macht Jussi mit sauberen Wheelie- und Butterkombinationen auf dem Table weiter. Gute Arbeit.

Nach Jussis Part nimmt der Film leider ein wenig ab. Kevin Pearce „verschläft“ seinen Part, Mikkel Bang klebt sich einen Schnauzer ins Gesicht und jibt und und powdert zu üblem Gangster-Hip Hop über den Bildschirm. Einziger Lichtblick zum Ende des Films ist Peetu Piironens Sprung über die Halfpipe in Avoriaz und der Final- Part, in dem Freddy Kalbermatten und Kazukiro Kokubo eine Menge Kerosin in die Luft von Alaska Blasen, dafür aber feinste Powderspots unter die Füße bekommen.

It’s Always Snowing Somewhere ist eine solide Leistung. Das Fahrerfeld ist prominent, das Trickniveau hoch und die filmerische Umsetzung einwandfrei. Der Fokus bei diesem Film liegt ganz klar beim Zeigen der Tricks, was den Streifen hier und da etwas Ideenlos wirken lässt. Keine lustigen Sequenzen zwischen dem Parts, kaum neue Tricks mit „Aha-Effekt“. Ein Film, an den man sich in fünf Jahren noch erinnern wird, sieht anders aus. Trotzdem zeigt der Burton-Teammovie gutes Snowboarden an traumhaften Spots zu einem passenden und vielseitigen Soundtrack.

Produktion: Burton

Titel: It’s Always Snowing Somewhere

Rider: Shaun White, Terje Haakonsen, Gigi Rüf, JP Solberg, Heikki Sorsa, Nicolas Müller, Tadashi Fuse, Frederik Kalbermatten, Jeremy Jones, Jussi Oksanen, Tadashi Fuse, DCP, Mads Jonsson, Trevor Andrew, Keegan Valaika, Kevin Pearce, Danny Davis, Kazuhiro Kokubo, Mikkel Bang, Mikey Rencz, Peetu Piiroinen u.v.m.

Preis: 30 Euro

Erhältlich bei: X-Treme Video, Burton

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 12. November 2008 um 11:22 und abgelegt unter culture, snow. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

3 Kommentare über “Review: “It’s Always Snowing Somewhere” von Burton”

  1. Nailigmalsima schrieb:

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