Buch-Tipp: “Atem” von Tim Winton
Mittwoch 16. Juli 2008 von Felix
(Autor: Pia Volk)
Wow, was ein Leben, das Bruce da hinter sich hat. Er ist in Sawyer, einem kleinen Kaff in Australien, groß geworden, aber seine Heimat waren die Wellen. Jetzt ist er alt, sitzt auf seiner Veranda, spielt Didgeridoo und erzählt uns von seiner Kindheit am Meer. Und wir wissen ja alle, dass das Leben viel schöner ist, wenn die Luft nach Salz schmeckt. Bruce und sein „mate“ Loonie, der so verrückt ist wie der Name besagt, verfallen dem Surfen.

„Es bestand nie Zweifel am grundlegenden Kitzel des Surfens – den gigantischen Kick, den wir verspürten, wenn wir, mit dem Wind in den Ohren, eine Welle entlangsausten. Wir wussten nicht, was Endorphine waren, aber wir begriffen sehr schnell, wie narkotisch dieses Gefühl war, wie süchtig es machte; vom ersten Tag an war ich schon allein von Zuschauen high. Wir redeten über Können, Glück und Mut – das alles hatten wir beide, und irgendwann surften wir, wie um den Tod herauszufordern –, aber für mich war da immer noch dieses ungehörige Gefühl, etwas Anmutiges zu tun, als wäre das Tanzen auf dem Wasser das Beste und Tapferste, was ein Mann vollbringen kann.“
Unten am Strand wohnt Sando, der sie in die Lehre nimmt, der ihr Guru wird. Sie tauschen ihre Unbekümmertheit gegen seine Weisheit. Am Ende erkennt zumindest Bruce, dass es Frauen gibt, mit denen man nicht schlafen sollte; dass Liebe nicht das ist für was man sie hält und das Grenzerfahrungen einfach süchtig machen – egal wie alt man ist.
Tim Winton hat einen wunderschönen Roman über das Leben geschrieben, wie es wäre, wenn wir so aufgewachsen wären, wie wir es uns immer gewünscht haben.
Hier kann man gleich mal 22 Seiten Probe lesen.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 16. Juli 2008 um 14:01 und abgelegt unter culture, mix. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.





